Kreativ zu sein ist leichter gesagt als getan, denn nicht immer tritt der Optimalfall ein und man hat sofort eine geniale Idee. Des Öfteren muss die eigene Kreativität erst hervorgeholt werden. Doch wie funktioniert das Kreativ sein? Eine 0815 Anleitung zu diesem Thema gibt es sicherlich nicht und jeder wird seine eigenen Methoden entwickeln. Nichts desto trotz gibt es einige Hilfestellungen um Ideen zu entwickeln.
Tagträume und die Umgebung
Ein Hauptproblem von Kreativen ist Stress und der Daily Business. Nichts ist schwieriger als neue Ideen zu entwickeln, während permanent das Telefon läutet und man noch mehrere Mitarbeiter zu betreuen hat. Versuche am Beginn eines Projektes aus Ihrem Alltagstrott heraus zu kommen – Nimm dir Zeit zum Träumen und Schmökern.
Oft ist es hilfreich das Notebook unter den Arm zu klemmen und das Büro zu verlassen. An einem sonnigen Tag im Park fällt es Vielen leichter Ideen zu entwickeln. Viele haben besondere Lieblingsplätze an denendu besonders kreativ bist. Sei es in einem sonnendurchfluteten Park, während des Autofahrens oder auch auf der Toilette. Jeder sollte für sich selbst entscheiden wie und wo er kreativ sein möchte. Durch das schaffen einer Atmosphäre in der man sich wohlfühlt fällt das „Kreativ sein“ aber um vieles einfacher.
Bewusstes Sehen
Mit offenen Augen durch das Leben gehen und bewusst auf Formen, Farben und Muster achten ist ebenso wichtig um kreativ zu sein. Begnüge dich nicht nur mit der Tatsache, dass Ihnen etwas gefällt oder auch nicht gefällt. Unter bewusstem Sehen verstehe ich zu beurteilen ob etwas gefällt oder nicht. Gleichzeitig sollte aber auch hinterfragt werden was genau gefällt. Zeichnet sich eine Website durch den besonderen Farbeinsatz, durch eine schöne Typografie, durch ein besonders innovatives Konzept oder durch besondere Fotos aus?
Nachdem klar ist wodurch eine Website die eigene Aufmerksamkeit erlangt hat, sollte noch eruiert werden, wodurch diese Wirkung zustande kommt. Bei herausragenden Fotos könnten folgende Faktoren die Wirkung beeinflussen:
- Wurde eine besondere, unübliche Perspektive gewählt?
- Wurden spezielle Effekte (Filter, Verläufe, Farbfilter) verwendet?
- Harmonieren die Bilder besonders gut mit der restlichen Website?
- Wird eine grundsätzliche Idee besonders kreativ vermittelt?
Grundsätzlich geht es hierbei also um eine sehr abstrahierte Art des Sehens. Die Wahrnehmung von einzelnen Elementen einer Website ist hierbei entscheidend. Zerlege Gesehenes in einzelne Bestandteile und versuche aus diesen Bestandteilen etwas Neues entstehen zu lassen. Dabei können Normen und Konventionen außer Acht gelassen werden. In diesem Schritt geht es um das Spielen mit Grafik um seine Kreativität wirken zu lassen.
Was auch immer das Besondere an dem ins Auge gestochenen Objektes ist, es sollte archiviert werden. Eine Form der Archivierung ist das Anlegen einer Ideensammlung. Je nach persönlicher Vorliebe können in dieser Sammlung Post-it mit Skizzen, Screenshots von besonders gelungenen Seiten oder Fotografien gesammelt werden. Solche Sammlungen können sehr hilfreich sein, falls man in einem Projekt feststeckt und nicht mehr weiter kommt. Damit meine ich aber nicht, dass etwas Vorhandenes kopiert werden sollte. Diese Vorlagen sollen nur zur Inspiration dienen – oft reicht ein winziger Ansatz um komplett neue, eigenständige Werke zu entwerfen. So kann dieser Ausgangspunkt eine Farbe oder die Tatsache, dass auch einer Website intensiv mit Linien als Stilmittel gearbeitet wurde sein. Es handelt sich also nur um ein Werkzeug das als „Türöffner“ dienen soll. Sobald diese erste Türe geöffnet wurde und man sich in der aktiven Designphase befindet läuft oft alles wie von selbst.
Nachdem eine Idee geboren wurde geht es jetzt an die Ausarbeitung der entsprechenden Idee. Dazu werden wir in den nächsten Kapiteln einzelne Gestaltungselemente betrachten um am Ende in der Lage zu sein, diese zu einer Layoutvorlage zu verbinden.
Kreativitätstechniken
Es gibt unzählige Techniken und Methoden zur Ideenfindung. Die nachfolgenden Techniken stellen einen exemplarischen Auszug dar. Schlussendlich muss aber jede für sich selbst geeignete Methoden finden.
Brainstorming
Eine der verbreitetsten und bekanntesten Techniken ist das Brainstorming. Hierbei handelt es sich um eine Methode zur Ideenfindung in der Gruppe. Ziel ist es in kurzer Zeit viele Ideen aus verschiedenen Gesichtspunkten zu erhalten. Daher macht es Sinn Personen aus verschiedenen Bereichen in die Gruppe zu integrieren. So werden Screendesigner, Programmierer, Projektmanager oder Verkäufer zum teil unterschiedliche Ideen entwickeln.
In der ersten von zwei Phasen werden, nachdem Gruppenleiter die Problemstellung erläutert hat möglichst viele Ideen gesammelt. Hierbei sollte jeder Teilnehmer seine spontanen Ideen verkünden. Im Optimalfall werden Ideen auch von anderen Gruppenmitgliedern aufgenommen und neu interpretiert. Ziel in dieser Phase ist die Ideenfindung, hierbei gibt es aber noch keine Wertung oder Kritik der einzelnen Ideen.
In Phase zwei werden die Ideen genauer hinterfragt und sortiert. Erst in dieser Phase wird entschieden welche Ideen aufgenommen oder verworfen werden.
Mind-Mapping
Bei Mindmaps handelt es sich um eine grafische Darstellung von Ideen. Ausgehend von einem Hauptast wird ein Thema immer weiter abstrahiert. Pro „Ast“ wird jeweils ein Begriff niedergeschrieben. Mindmaps sind z.B. ein hervorragender Ausgangspunkt um eine Sitemap zu erstellen.
Zufallstechnik
Ausgangspunkt bei dieser Technik ist eine möglichst große Datensammlung. Nehmen wir als Beispiel einen großen Bildband mit Bildern zum Thema der geplanten Website. Wahllos wird eine Seite von diesem Bildband aufgeschlagen um zu einem zufällig ausgewählten Bild zu kommen. Anschließend wird versucht aus diesem Bild eine Idee abzuleiten. Beispielsweise könnte aus dem zufällig ausgewählten Bild ein Farbschema abgeleitet werden.
Morphologische Matrix
Die Erstellung einer morphologischen Matrix ist eine sehr analytische Technik. Bei dieser Methode wird versucht möglichst viele Ideen aus sehr vielen theoretischen Lösungsmöglichkeiten zu generieren. Im ersten Schritt wird eine Matrix mit möglichst vielen, für das geplante Produkt relevanten Merkmalen erstellt. Als Beispiel könnten folgende Merkmale für die Definition ein Werbebanners für die neue Produktlinie definiert werden: Animation, Größe, Aggresivität, Sprache
Im nächsten Schritt werden möglichst viele Werte zu den zuvor definierten Merkmalen definiert.
Zum Beispiel:
|
Animation |
nein |
dezent |
Intensiv |
|
Größe |
Skyscraper |
Full Banner |
Rectangle |
|
Format |
gif/jpg |
html |
Flash |
|
Video/Ton |
nein |
Video |
Ton |
Daraus könnte dann eine Idee für einen Skyskraper mit dezenter Animation im Flashformat ohne Video und ohne Ton entstehen. Diese Technik eignet sich sehr gut um gemeinsam mit Kunden am Konzept arbeiten zu können. Nachdem die Matrix erstellt hat, kann sich der Kunde sehr schnell ein Bild über alle möglichen Varianten bilden und leicht seine Wünsche und Ideen formulieren.







